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Wie wird man Schauspieler?

Gepostet in Jobjagd

8 PROS und 6 CONTRAS für staatliche und private Ausbildungen

 

Was ist das Richtige für mich?

Jeder der ernsthaft in Erwägung zieht Schauspieler/in zu werden, steht früher oder später vor dieser Frage.
Und die ist wirklich nicht so leicht zu beantworten. Sowohl private als auch staatlich anerkannte Schauspielschulen haben ihre Vor- und Nachteile.
Einige habe ich für euch zusammengefasst. Wenn euch noch weitere einfallen, oder ihr in manchen Punkten nicht mit mir übereinstimmt, schreibt gerne einen Kommentar.

PRO Staatliche Ausbildung

  • staatliche Schulen haben einen besseren Ruf als private
  • du musst keine Gebühren zahlen (außer eine Art Semesterbeitrag, den man an einer normalen Universität auch zahlt)
  • der Unterricht und die Lehrer sind qualitativ hochwertig, da die Schulen Gelder vom Staat bekommen
  • dein Abschluss ist staatlich anerkannt (als Diplom oder Bachelor of Arts)
  • meist knüpfst du schon in der Ausbildung Kontakte zu dem städtischen Theater vor Ort
  • wenn du Theaterschauspieler/in werden willst, hast du mit der staatlichen Ausbildung bessere Chancen
  • staatliche/städtische Theater nehmen nur Bewerbungen von Absolventen staatlicher Institutionen an
  • an manchen Schulen hast du die Möglichkeit mit Studenten aus dem Fach Regie zusammenzuarbeiten und kannst schon Kontakte für das spätere Berufsleben knüpfen

CONTRA Staatliche Ausbildung

  • die Eignungsprüfungen sind extrem hart und eine große Hürde
  • beim Vorsprechen wird sich nicht so viel Zeit für dich genommen, du kriegst manchmal nicht einmal Feedback
  • in der Regel dürfen Frauen beim Vorsprechen nicht älter als 23 und Männer als 25 Jahre alt sein
  • du musst für das Vorsprechen Geld bezahlen
  • teilweise bis zu 1.000 Bewerber kämpfen um 8-20 Studienplätze
  • du kannst dir meist nicht die Schule/Stadt aussuchen, sie sucht dich aus

 

PRO Private Ausbildung

  • die Eignungsprüfungen sind leichter zu bestehen als bei staatlichen Schulen
  • beim Vorsprechen wird sich mehr Zeit für dich genommen
  • du kriegst ein ausführliches Feedback
  • in der Regel ist das Vorsprechen kostenlos
  • du kannst dir einen Platz an der Schule „kaufen“, auch das Alter spielt nicht so eine große Rolle wie bei den staatlichen Schulen
  • durch private Gelder gibt es gute Mittel, das Personal ist aber teils nicht sehr angesehen
  • du kannst dir die Schule/Stadt aussuchen
  • auch an einigen privaten Schulen knüpfst du erste Kontakte zu Studiengängen wie Regie

CONTRA Private Ausbildung

  • die Ausbildung ist kostenpflichtig
  • ohne finanzielle Unterstützung wird es dir vielleicht nicht möglich sein, die Kosten zu tragen
  • du hast später nur die Möglichkeit an privaten Theatern zu spielen
  • du kannst dich nicht an städtischen/staatlichen Theatern bewerben
  • deine Abschluss ist teils nicht offiziell anerkannt und hat nicht so einen guten Ruf wie von Absolventen staatlicher Schulen
  • es wird dir noch schwerer fallen, einen Job zu bekommen

Du musst dir bewusst machen – Fernsehen oder Theater?

Wenn du eher Richtung Fernsehen gehen möchtest, kannst du durchaus auch ohne die staatliche Ausbildung Erfolg haben. Es gibt viele Filmschauspieler, die eine private Ausbildung genossen haben. Teils sogar mit internationalem Erfolg. Das beste Beispiel ist dabei Til Schweiger, der im Theater „Der Keller“ in Köln ausgebildet wurde.

Wenn du aber davon träumst, auf den großen Bühnen Deutschlands zu stehen, geht der Weg an einer staatlichen Schule nicht vorbei.
Dennoch ist selbst eine Ausbildung an einer solchen Schule keine Garantie für Erfolg im Beruf. Es gibt genug Schauspieler mit einem staatlich anerkannten Abschluss, die im Endeffekt doch bei einer Soap wie „Alles was zählt“ landen.
Denn eine staatliche Ausbildung schließt das Fernsehen oder Kino keineswegs aus. Im Gegenteil: Viele der deutschen Schauspieler, die du kennst, waren an einer staatlichen Schule und sind über das Theater zum Film gekommen (z.B.: Lars Eidinger).

Dir sollte klar sein, bei der Schauspielerei geht es nicht um Ruhm.
Viele Jugendliche träumen davon eines Tages berühmt zu sein und sehen sich als Filmstar über den roten Teppich gehen. Diese Träumerei ist für viele schön, aber die Wahrheit ist: Die Leute, die wir regelmäßig in den Kinos und Magazinen sehen, bilden vielleicht 5-10% aller Schauspieler, die auf dem freien Markt um ihre Existenz kämpfen.
Sich nur Berühmtheit zu wünschen reicht echt nicht aus. Du musst wirklich eine Leidenschaft für die Schauspielerei haben. Sonst wirst du nicht weit kommen. Die Schauspieler/innen, die durch ihre Arbeit berühmt geworden sind, bezeichnen das meist nur als Nebeneffekt. Obwohl sie normalerweise von der öffentlichen Aufmerksamkeit profitieren, sehen das viele sogar als Last an.

Zuletzt sei gesagt:

Wirklich jede Schule, egal ob privat oder staatlich angesehen, hat ihren eigenen Ruf.
Du musst entscheiden, ob er dir gefällt oder nicht.
Du musst entscheiden, willst du in Richtung Film gehen oder Theater, oder dir beides offen halten?
Es ist wahr: Viele Wege führen nach Rom.
Das kann eine Qual sein, aber auch eine Chance. Du musst wissen, was für dich richtig ist.

Dazu gehört viel Disziplin, Kraft, Durchhaltevermögen, Geduld, Arbeit, Wille und die nötige Prise Talent. Zur rechten Zeit am rechten Ort sein, die richtigen Leute kennenlernen.
Und vor allem eines: Der Glaube an dich selbst und verdammt viel Glück.

2 Kommentare

  1. Alina Garbers
    Alina Garbers

    Sehr gut geschrieben Hannah! Wünsche dir viel Erfolg für deinen Traum 😊
    Alina G.

    23. Oktober 2016
    |Antworten
    • Hannah Thomé
      Hannah Thomé

      Vielen Dank, Alina! Freut mich, dass es dir gefällt. 🙂

      29. Oktober 2016
      |Antworten

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