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Musik-Mittwoch

Gepostet in Inspirationen

Bob Dylan – Blue Moon

Für Bob Dylan die richtigen Worte zu finden fällt mir schwer. Er gilt für viele Menschen als größter Musiker aller Zeiten. Oder eben nicht nur Musiker, sondern oft auch Poet oder Lyriker. Er ist der Mann, der das beste Lied aller Zeiten geschrieben hat (Like a Rolling Stone – wenn man sich dabei offiziell auf das Magazin Rolling Stone berufen will). Dieses Jahr hat er sogar „für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition“ den Literaturnobelpreis erhalten.

Über seine Texte wurde schon viel diskutiert, es gibt die verschiedensten Interpretationsansätze und teils sogar Verschwörungstheorien. Dylan hat in vielen Musikrichtungen herumexperimentiert, kommt jedoch aus dem Folk und wurde dann vor allem im Rock bekannt. Er hat unzählige Künstler beeinflusst, die Beatles sind einige von vielen Verehrern. In den 60er Jahren im New Yorker Greenwich Village erlangte er erstmals eine größere Popularität, die immer weiter stieg.

Wer sich vielleicht noch nicht so viel mit Bob Dylan auseinandergesetzt hat, sollte das meiner Meinung nach nachholen. Besonders wenn man sich für Poesie und experimentelle Kunstformen in der Musik interessiert.

Ich habe Bob Dylan einmal live in einem Open Air Konzert im Mainzer Zollhafen gesehen. Es war eine ganz besondere Atmosphäre und ein Konzert, das mir immer im Gedächtnis bleiben wird. Eine Sache nur war etwas komisch: Während des ganzen Auftritts hat Bob Dylan sich nicht einmal an das Publikum gewandt. Weder gegrüßt, noch sich verabschiedet. Fast schon geisterhaft. Auf der anderen Seite – dieser Mann ist mittlerweile 75 Jahre alt und spielt auf seiner Never ending Tour fast tagtäglich vor Publikum. Vielleicht hat er einfach keine Lust mehr auf Schnickschnack. Ein Mann in der Sitzreihe vor uns sprach nachher von einem „historischen Abend“ . Er war offensichtlich schon bei mehreren Konzerten gewesen und meinte, die Setlist wäre neu gewesen.

Das Lied, um das es heute geht, wurde nicht von ihm selbst geschrieben. Sondern von Richard Rodgers und Lorenz Hart (die ich ehrlich gesagt nicht kenne) im Jahre 1933. Es ist vielmehr ein Evergreen der Musikgeschichte, der schon mehrmals von den verschiedensten Musikern in verschiedensten Stilen aufgegriffen und gecovert wurde. Mehr dazu unten.

Bob Dylans Cover von Blue Moon ist auf seinem Album „Self Portrait“ 1970 erschienen. Das Titelbild des Albums ist übrigens ein echtes Selbstportrait von ihm.
Das Album gehört zu den am meisten kritisierten der Rockgeschichte. Man warf Dylan vor, dass es willkürlich und seelenlos wäre. Später äußerte er sich selbst dazu, dass er das Album zu Abschreckungsgründen veröffentlicht hatte. Er war der Meinung gewesen, dass ihm ein Maß an Aufmerksamkeit zugekommen war, die er so nicht gewollt hatte. Vielleicht wurde das ganze also nur inszeniert und selbstironisch aufgenommen.

Ich mag trotzdem einige Lieder auf dem Album und „Blue Moon“ ist eines davon.
Der Text ist wunderbar und nostalgisch, was vielleicht auch an dem Entstehungsjahr liegt. Es hat etwas altmodisches und romantisches an sich, wie das lyrische Ich auf eine/n Geliebte/n wartet.
Hier Dylans Version, mit seiner typischen Note und irgendwie verbraucht klingenden Stimme.
Ich habe leider nicht das Original finden können, aber diese Aufnahme seiner Nashville Sessions kommt dem sehr nahe.

Eine weitere sehr klassische und bekannte Version gibt es von Frank Sinatra. Sie gefällt mir richtig gut und kommt einem vor, wie aus einem alten Hollywood-Film entsprungen.

Und von Elvis Presley ein ungewöhnlich klingendes Cover. So habe ich den King of Rock’n’Roll noch nie gehört.

Die Lyriks kannst du hier nachlesen.

*Um das hier alles auch bildrechtlich korrekt zu gestalten: Das Beitragsbild, sprich Cover des Albums „Selfportrait“, ist bei Columbia Records erschienen (alle Rechte vorbehalten) und gehört nicht mir. Ich habe es auf dieser Seite gefunden.

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