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Lieblingsmenschen vereint im Dé-JE-Vu

Gepostet in Jobjagd

Ein Stück von Laura de Weck

Bald ist es schon vier Wochen her, seitdem wir die Premiere von Lieblingsmenschen von Laura de Weck gefeiert haben.

Dieses Projekt war ein ganz besonderes für mich. Das ganze war eine Art Experiment ein Ehemaligen-Ensemble des Jungen Ensembles des THEAS Theaters auf die Beine zu stellen.
Unter der Regie von Kristin Trosits, die auch bei meiner ersten Produktion bei THEAS die Regie-Assistenz machte, wagten wir uns an das Stück heran.

Ich muss ehrlich sagen, beim ersten Lesen war ich etwas skeptisch. Ich kam später zum Projekt hinzu und las das Stück nicht mit den anderen Darstellern bei der Leseprobe sondern für mich. Die Proben hatten angefangen, als ich noch in Berlin war und ich dachte schon, ich könnte gar nicht mitmachen. Dann musste aber eine Zweitbesetzung her, als schon wieder zurückgezogen war – so sprang ich spontan ein. Darauf hatte ich nur gewartet!

Beim Anstoßen im Foyer.

Obwohl mir der Text erst etwas ungeschickt vorkam, war ich mir sicher, dass wir mit Kristins Hilfe Leben einhauchen würden. Und so kam es dann auch. Nicht nur die Szenen bekamen ordentlich Pfeffer im Arsch, auch die Location hatte es in sich. Wir spielten nicht gewohnt auf der THEAS Bühne, sondern in der Stadtbücherei Bergisch Gladbach. Das passte nicht nur zum Inhalt des Stücks (es geht um fünf Studenten), sondern auch zum Konzept unserer Gruppe, dem De-JE-Vú. Wir wollten den typischen JE-Rahmen sprengen und machten uns auch an jugendfreiere Themen zu schaffen.

Einer der vielen Blickwinkel zwischen den Gängen auf die Bühne.

Ich werde wohl nie die Pressevorstellung vergessen, die wir 2 Tage vor der Premiere hatten, bei der zwei ältere Journalistinnen vom Kölner Stadtanzeiger und einer Gladbacher Zeitung kamen. Nach der Vorführung waren sie total schockiert, saßen nur da und sagten erst mal gar nichts.
Da wir unsere erste Probe in der Bücherei hatten, die um einiges größer war, als unsere THEAS Bühne, waren wir ganz schön verunsichert. Viele technische Abläufe hatten natürlich noch nicht gestimmt, da wir uns erst mal an den neuen Raum gewöhnen mussten.

Die beiden Pressedamen waren aber so aufgebracht und wetterten nach einer langen unangenehmen Pause gleich los. Sie schimpften über die Jugend von heute und schienen uns Darsteller für unsere Rollen beschimpfen zu wollen. Nach einem längeren Gespräch räumten sie dann doch ein, dass wir ja ganz sympathisch wären und nicht so schrecklich oberflächlich wie die Figuren von Laura de Weck. Nachher konnten wir nur den Kopf schütteln darüber, dass diese Frauen offensichtlich keine Ahnung von Theater hatten. Sogar Kristin, die auch am Schauspiel Kiel schon einige „interessante“ Pressegespräche geführt hatte, meinte, so etwas hätte sie wirklich noch nie erlebt.
So kurz vor der Premiere verunsicherte uns dieses Ereignis wirklich extrem. Könnten wir dieses Stück überhaupt aufführen?

Ja, so stellte es sich heraus! Alle Aufführungen waren ausverkauft (es waren vorerst nur 3 Aufführungen zum Test – wahrscheinlich wird es noch dieses Jahr eine Wiederaufnahme geben) und kamen nicht nur beim jungen Publikum gut an.

Es war eine wirklich schöne Zeit.

Kristin’s Lieblingsblumen.

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