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jup! Riot

Gepostet in Haltestelle Berlin

Kein Bock auf Victim Blaming

Aus meiner Zeit in Berlin ist das Jugend- und Online-Portal jup! gar nicht mehr wegzudenken. Ich habe dort nicht nur viele tolle Möglichkeiten geboten bekommen, coole Leute kennengelernt und Artikel geschrieben, sondern auch einen Ort zum Austauschen und Mitmischen gefunden.

Wir Redakteure*innen haben unter dem Hashtag #metoo eine Reihe zur sexuellen Belästigung gestartet. Das Projekt ist nicht in, sondern nach einer Redaktionssitzung ins Rollen gekommen. Ich war am helllichten Tag auf dem Rückweg nach Hause und wurde in der Bahn von einem älteren Mann angequatscht und belästigt. Zuhause angekommen, war ich ganz schön schockiert – von dem Typen, abe auch von meinem eigenen Verhalten. Ich konnte nicht verstehen, warum ich mich so geduckt hatte, den Typ nicht angeschrien oder andere Leute auf die Situation aufmerksam gemacht hatte. Sogar bis zum Schluss hatte ich noch alle Formen der Höflichkeit eingehalten und mich so verhalten, wie man sich als braves Mädchen verhalten sollte. Ich saß in meinem Zimmer, überlegte, ob es an meiner Kleidung, meiner Ausstrahlung oder meinem Verhalten gelegen hatte. Dachte mir:

Na gut, das passiert halt mal. Ist ja zum Glück nichts „ernsteres“ passiert. Schon okay.

Dann wurde ich sauer, weil es nicht schon okay war. Und tippte mit klopfendem Herzen in unsere jup! WhatsApp-Gruppe, dass ich gerade auf dem Rückweg vom Redaktionstreffen sexuell belästigt worden war und gerne wissen würde, wie da die Bereitschaft von anderen aussieht, etwas darüber zu schreiben. Das Feedback war groß und es stellte sich heraus, dass einige etwas dazu zu sagen hatten. So entstand unsere jup! Riot Reihe, in der wir jetzt wöchentlich Erfahrungsberichte veröffentlichen.

Meiner ist schon online, ihr könnt ihn euch hier durchlesen.

Zum Abschluss der Reihe haben wir sogar ein kurzes Video gedreht:

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