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Hör auf dein Herz, hör auf deinen Puls, hör auf dein Fingerzucken

Gepostet in Inspirationen

Felix Hecker und Hannah Thomé im Interview mit Anne Severin

 

„Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“– Tommaso Campanella
“If you can dream it you can do it” – Walt Disney
“Do it better than anybody you ever seen do it” – Kanye West

Das sagt sich leicht und hört sich bezaubernd an, doch wie sieht es mit der Umsetzung aus?

Viele Menschen haben Träume, Talente und Ideen, aber nicht den Mut oder die Möglichkeiten um diese zu verwirklichen. Das müssen sich meine beiden Interviewpartner nicht nachsagen lassen. Sie erachten die einleitend gewählten Zitate nicht als leeren Worte, sondern sind tatkräftig am Werk, sie zu realisieren. Mich begeistern Menschen, die den Ehrgeiz und Biss besitzen, sich trotz Schwierigkeiten und enormen Aufwänden nicht von ihren Träumen abbringen zu lassen. Nicht den Standardweg, der Sicherheit verspricht zu gehen, sondern das vermeintlich anfangs in weiter Ferne liegende zu wagen, fasziniert mich an ihnen. Zwei verschiedene Charaktere mit ganz unterschiedlichen Interessen, auf der einen Seite die Liebe zum Sport und auf der anderen Seite die Liebe zur Kunst und Literatur. Und doch so ähnlich, weil beide sich durch den körperlichen Ausdruck verwirklichen wollen, ihren Körper als Mittelpunkt ihrer beruflichen Karriere nutzen möchten und für einen Traum leben.
Das hört sich erst einmal bewundernswert an, der Realist könnte jedoch Punkte einwerfen wie: Träumerei, brotlose Kunst oder Naivität.
Aber meine beiden Gesprächspartner haben ihre Ideen nicht erst seit gestern und blicken ihnen voller Ernst ins Auge. Einen Plan B haben beide – jedoch bringt sie das nicht davon ab jetzt erstmal alles auf eine Karte zu setzen.

Ich bin bei Felix Hecker (19 Jahre) wohnhaft in Frankfurt am Main, der eine professionelle Basketballkarriere anstrebt und im Moment im Abitur steckt. Seine Mutter Caren, ehemalige Hockey-Nationalspielerin, hört dem Gespräch interessiert zu und bringt sich ab und zu ein.

Die Skyliners sind schon ein guter Verein

Du spielst in Frankfurt Basketball?
Felix: Im Moment spiele ich bei den Fraport Skyliners in der Pro B. Ansonsten helfe ich noch bei der Eintracht Frankfurt in der Regio aus, das ist die zweite Mannschaft von den Skyliners.

Bekommst du Spielzeit?
Felix: Bei der Pro B – Mannschaft so 25 Minuten im Schnitt, das hat sich aber auch während der Saison gesteigert, das ist ganz gut. Ich war auch zwei Mal bei der 1. Bundesliga dabei, da habe ich keine Einsätze bekommen und saß nur auf der Bank. Es war aber trotzdem ein gutes Erlebnis, mal in der Fraport Arena mit aufzulaufen.

Verdienst du schon Geld mit dem Sport?
Felix: (schmunzelt) Ich bekomme Fahrtgeld und hätte auch etwas fürs Spielen verdienen können, wollte mir aber die Option offenhalten, ans College nach Amerika zu gehen. Wenn du als Jugendspieler in Deutschland schon Geld verdient hast, geht das nicht mehr.

Hast du denn schon ein Bewerbungsvideo fürs College gedreht?
Felix: Ich habe das jetzt nicht weiterverfolgt, das kommt für mich eher nicht mehr in Frage. Die Skyliners sind schon ein guter Verein, und in Deutschland dafür bekannt, eine gute Jugendarbeit zu leisten. Die USA sind halt auch noch mal was anderes: Da gibt es sehr, sehr viele Spieler im Vergleich zu hier, auch viele Spieler auf meiner Position (Guard), die schon ihr ganzes Leben lang Basketball spielen.

Also siehst du deine Chancen in Deutschland höher?
Felix: Schon, das auf jeden Fall. Deren Basketball, das ist glaube ich vergleichbar mit Fußball hier in Deutschland, da ist die Konkurrenz natürlich viel, viel größer. Mittlerweile heißt es, dass die Ausbildung hier auch super ist; das ist in den USA nur natürlich nochmal ein anderes Feeling, wenn die Halle bei jedem Spiel rappelvoll ist.

Ein richtiger „Spieler Spieler“ werden

Was sind denn deine Pläne und Ziele für die Zukunft?
Felix: Das Abi schaffen! In Bezug auf Basketball: In der 1. Bundesliga ein richtiger „Spieler Spieler“ – so nennt es unser Trainer immer – zu werden, also nicht auf der Bank zu sitzen, sondern auch Einsatzzeit zu bekommen. Das sind finde ich auch realistische Ziele. Ist natürlich noch ein sehr, sehr langer Weg. Ich trainiere ab und zu bei der BBL mit und da merkst du schon, dass das in der Offensive nochmal ein ganz anderes Level ist.

Und dann hat es Klick gemacht

Was ist deine Hauptmotivation Basketball zu spielen?
Felix: Auf jeden Fall macht es natürlich Spaß, das ist ja klar, sonst würde man es nicht machen. U 12, U14 und U16 habe ich in Deutschland gespielt, ohne den Gedanken, das irgendwann mal professionell zu machen und Nationalspieler zu werden. Das darauffolgende Jahr war ich in den USA und da war ich dann auf einmal auch einer der Besten in meinem Team, auch offensiv. Das war neu, denn in Deutschland wurde ich hauptsächlich defensiv eingesetzt, ich habe dort auf einmal viele Punkte gemacht. Als ich zurückkam hat es auch hier funktioniert und Klick gemacht. Auch in der Herren-Oberliga habe ich dann gespielt und Punkte erzielt. Wahrscheinlich war der Schlüsselmoment in den USA, dass ich da diesen Rollenwechsel erlebt habe, in der Offensive spielen durfte und Basketball generell in den USA so gehypt wird. Daraus habe ich meinen Ehrgeiz entwickelt.

Abitur und dann?

Bist du denn mit dem Ziel in die USA gegangen, dort Basketball zu spielen und dich zu verbessern, sprich mit dem Hauptaugenmerk auf das Basketballspielen?
Felix: Nö, das hat glaube ich meine Mutter so ein bisschen genutzt als Motivationsanreiz für mich. Das war sowieso purer Zufall. Schule war für mich schrecklich und es hieß, dass der Aufenthalt besonders für unmotivierte Schüler super wäre, weil man dort neue Motivation erlangen könne, das System anders laufen würde und der Fokus auf dem Sport läge. Das Gespräch über den Austausch war samstags und sonntags wurde nochmal kurz gequatscht und dann ging alles ruckzuck.

Und jetzt steckst du gerade mitten im Abitur, das war vorher nicht der Plan?
Caren: Nein, das war es nicht. Nach Amerika hatte er es sich dann doch anders überlegt und ich konnte es kaum fassen (lacht). Aber das kam, weil er damit den Plan hatte, in Amerika auf das College zu gehen. Und da dachte ich mir: Ok, das hat sich doch gelohnt! (beide lachen)

Hast du für dich schon einmal über deinen Sinn des Lebens nachgedacht?
Caren: Solche Fragen liebt man, das ist halt schwierig, im Moment gibt es nur Basketball und wir hoffen, dass sich irgendwann noch ein zweites Standbein entwickelt.

Das ist also schon der Plan, nicht nur auf Basketball zu setzen?
Felix: Wenn man in Deutschland in der 1. Bundesliga spielt, kann man, nachdem man körperlich bedingt aufhören muss, nicht den Rest seines Lebens davon leben. Ich muss also definitiv noch eine Alternative haben.

Starker Zug zum Korb.

What you deserve is what you get

Bist du manchmal nachdenklich darüber, was du gerade machst, und wo das hinführen soll und wird?
Felix: Ich denke mir schon, wenn ich es nicht schaffe, irgendwann für ein paar Jahre oder auch länger professionell zu spielen, dass ich vielleicht meine Jugendzeit anders gestaltet hätte. Ich verzichte ja schon auf Vieles durch Training oder Spiele. Beispielsweise hatte ich im Sommer einen Urlaub mit Freunden geplant – die Nominierung zu WM kam dazwischen und ich konnte nicht mit den anderen mitfahren. Aber dann wiederum hätte ich genau diese Sachen, wie z. B. eine WM oder ein All-Stars Spiel nicht erlebt, und das gleicht sich auch wieder aus. Und auch die ganzen Freundschaften, die ich durch das Basketballspielen gewonnen habe, das würde fehlen.

Du trainierst jeden Tag?
Felix: Dienstag bis Freitag haben wir jeden Tag Training, teilweise auch kombiniert mit einer zweiten Einheit im Fitnessstudio. Samstag, Sonntag sind Spiele – meistens zwei pro Wochenende. Und montags ist der Regenerationstag. Es wird auf jeden Fall immer geschaut, dass man einen Tag die Woche frei hat.

Trainierst du neben dem offiziellen Training noch selbst?
Felix: Ich bin eigentlich immer schon vor Trainingsbeginn in der Halle und habe gehe meine Prepractice-Routine durch, dazu gehört z. B. Ballhandling und werfen. Und meistens bleibe ich nach dem Training ein bisschen länger. Wenn wir nur ein Spiel am Wochenende hatten und trotzdem montags frei haben, gehe ich mit meinem Vater zu den „Alten Herren“ ein bisschen werfen. Ich versuche eigentlich immer etwas zu machen.

Es ging steil bergauf

Hattest du schon Rückschläge in deiner bisherigen Karriere?
Felix: Nachdem ich aus den USA wiedergekommen bin, ging es steil bergauf. Dann hatte ich aber kurz hintereinander zwei Bänderrisse am rechten Fuß. Das waren natürlich Rückschläge, aber ich kann nicht sagen, dass mich das wirklich zurückgeworfen hat, denn nach dem Heilungsprozess war ich sofort wieder auf dem alten Stand. Als ich danach zu den Skyliners in die Pro B gewechselt bin, hatte ich es mir etwas leichter vorgestellt, einfacher eine größere Rolle spielen zu können, da habe ich das Niveau schlichtweg unterschätzt und hatte auch noch zu Beginn zwei kleinere Verletzungen. Die haben mich nochmal wieder rausgebracht aus dem Integrationsprozess. Aber jetzt nach dem Winter habe ich mich schon wieder gesteigert.

Groß und ereignisreich

Was war dein größter Moment bisher?
Felix: Zum einen die Jugendbundesliga Saison mit dem MTV Kronberg mit dem krönenden Abschluss des Allstar Games im Telekom Dome in Bonn. Und natürlich die WM in Kairo. Das war wirklich so das Größte und Ereignisreichste.

Vielen Dank für das Gespräch.

Im Interview mit Hannah Thomé (22 Jahre), die zielstrebig den Weg in eine Ausbildung an einer staatlichen Schauspielschule sucht:

Die Vorsprechen sind das konkrete Angehen

Wie ist der Stand im Moment – was machst du bezüglich deiner Schauspielkarriere, um weiter zu kommen?
Hannah: Die Vorsprechen sind das konkrete Angehen. Weil das die letzten zwei Durchläufe noch nicht erfolgreich war, versuche ich im Moment alle möglichen Erfahrungen mitzunehmen, die ich so machen kann. Deswegen bin ich gerade viel in Neuss und Düsseldorf aktiv – da arbeite ich gerade an drei Projekten. Außerdem nehme ich gelegentlich Einzelstunden bei zwei verschiedenen Schauspielern.

Verdienst du schon Geld mit den Projekten, in denen du aktiv bist?
Hannah: Leider nicht. Bei der Musicalproduktion zum Beispiel gibt es keine Gage, dafür bekommen wir aber neun Monate lang professionellen Tanz-, Gesang- und Schauspielunterricht gratis. Ich gehe aber ehrlich gesagt auch gar nicht davon aus, mit solchen Projekten Geld zu verdienen.

Beim Schauspiel gibt es keine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Welche Pläne hast du für die Zukunft?
Hannah: Das ist eine schwierige Frage! Plan A ist natürlich, jetzt noch weiter an mir zu arbeiten und einen Studienplatz an einer der staatlichen Schauspielschulen zu ergattern, wenn die nächste Vorsprechsaison beginnt (Januar bis März 2019). Aber es ist sehr schwer, denn man kann nicht wirklich nach einem Plan vorgehen. Sowieso – beim Schauspiel gibt es keine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ich könnte natürlich auch den einfacheren Weg an einer privaten Schauspielschule gehen. Einmal war ich bei einer halb-staatlichen-halb-privaten Schule in der Endrunde. Dann habe ich mich aber dagegen entschieden anzutreten, weil ich es lieber noch weiter an den Staatlichen versuchen möchte. Man kann es natürlich auch im Filmbereich versuchen und über eine Agentur Zutritt finden, aber eigentlich bin dafür jetzt auch schon zu alt. Plan B wäre, sich in Richtung Moderation oder Radio zu orientieren und darüber vielleicht doch wieder den Zugang zum Film zu bekommen. Der klassische Weg ist aber doch über die staatliche Schauspielschule und dann ans Theater zu gehen.

Und Theater spielen ist auch dein favorisiertes Ziel?
Hannah: Ja, an das staatliche oder städtische Theater zu kommen. Ich sehe mich hauptsächlich im Theater. Viele Filmschauspieler kommen ja auch zunächst aus dem Theaterbereich.

Ein reizvolles Paradoxon

Was ist deine Motivation trotz langem, teils steinigem Weg, deinen Traum weiter zu verfolgen?
Hannah: Meine Motivation ist die Leidenschaft. Ich habe mich schon immer für Theater interessiert und spätestens als Jugendliche bei der Produktion mit dem Jungen Ensemble hier in Bergisch Gladbach stand fest: Schauspiel ist nicht nur ein Hobby für mich, sondern macht mir mehr als unglaublich viel Spaß – ich wachse total daran. Schauspiel ist ja auch immer eine Selbstkonfrontation und ein An-sich-arbeiten, da ist nie Stagnation, man ist immer in Bewegung und hat nie ausgelernt – das fasziniert mich ungemein. Außerdem beansprucht es einen auf der einen Seite sehr und gibt einem paradoxerweise auf der anderen Seite den krassesten Energieschub. Da ist einfach dieser Traum in mir, später den Luxus zu haben, den Hauptteil meines Alltages so zu gestalten: Am Theater, in den Proben, bei den Aufführungen. Und auch andere Leute damit zu beeinflussen. Ich weiß nicht, ob man damit so groß die Welt verändern wird. Aber die Leute, die sich dazu entschieden haben ins Theater zu gehen, kann man erreichen und etwas in ihnen auslösen.

Der Schlag ins Gesicht

Was waren deine größten Rückschläge bisher, durch die du wirklich ins Zweifeln kamst?
Hannah: Das größte Zweifeln kam wahrscheinlich nach meinem ersten Vorsprechjahr, da bin ich auch wirklich naiv reingegangen. Man bewirbt sich ja, weil man denkt, dass man ein gewisses Talent mitbringt. Dass aber noch viel mehr zu dem Talent dazugehört, lernt man dann bei den Vorsprechen. Das war natürlich erstmal ein Schlag ins Gesicht, dass ich nicht zu den Leuten gehöre, die es sofort beim ersten oder beim zweiten Mal schaffen. Die gibt es natürlich. Aber es kommt auf so viele Sachen an: Auf deine Monologauswahl, die Kommission, wie du gerade drauf bist, wie die gerade drauf sind. Es gibt die Leute, die aus bekannten Theaterdynastien kommen, schon ewig in Jugendclubs spielen oder bereits als Kinder in Agenturen waren und schon massenhaft Dreherfahrungen haben. Die waren mir natürlich einiges voraus und das musste ich erstmal aufholen. Aber so ein Zweifeln hat man die ganze Zeit, das ist ein allgegenwärtiger Wegbegleiter – ich glaube, das bleibt auch so, wenn man dann tatsächlich an einer staatlichen Schauspielschule studiert hat und ins Berufsleben geht.

Hättest du doch mal…

Wie schaffst du es, dich in solchen Momenten selbst zu motivieren und aufzubauen, weiter zu machen?

Die Optimistin.

Hannah: Erstmal lasse ich diese niederschmetternden Momente nicht mehr so sehr an mich heran. Meistens bin ich positiv. Ich weiß nicht, ob das zu naiv ist. Ich meine, klar bekommst du jedes Mal eine Kritik, die sich eben ganz speziell auf deine Person bezieht. Und da muss man erstmal lernen mit umzugehen, aber ich habe diese verzweifelten Momente nicht so stark. Es gibt schon auch Zeiten wo ich das zulasse – was mir dann aber wieder hilft ist mein Optimismus. Ich weiß, dass ich das kann, ich weiß, dass ich noch an mir arbeiten muss und ich weiß auch, dass Glück dazugehört. Mein Antrieb ist, dass ich mir nachher nicht vorwerfen will, es nicht richtig probiert zu haben. Ich will jetzt einfach nochmal alles geben, besonders dieses Jahr. Ich setze alles auf eine Karte, ich will nicht in zehn oder zwanzig Jahren zurückblicken und mir denken: „Hättest du doch mal…“

Vielleicht steckt so ein kleiner Weltverbesserer in mir

Hast du darüber nachgedacht, was dein Sinn im Leben ist, und spielt das Schauspielen bei dieser Frage eine Rolle?
Hannah: Ich glaube, den Sinn des Lebens muss man sich selbst geben: Der Sinn des Lebens ist es, für sich selbst etwas zu finden. Deswegen spielt das Schauspielen da eine große Rolle bei mir, weil es einfach mein Traum ist. Mein Sinn des Lebens wäre es, wirklich diesen Traum zu leben. Und dann könnte man vielleicht noch weiter gehen und sagen, man möchte damit etwas bewegen. Und ich möchte das, indem ich mich über meine künstlerische, kreative Weise ausdrücke, das heißt im besten Fall Leute zu berühren und das mit meiner Leidenschaft zu verbinden.

Und wenn das mit dem Schauspielern nicht klappen sollte?
Hannah: Das wäre schon mein größter Traum, der dann platzt, aber ich würde trotzdem einen neuen Sinn in meinem Leben finden. Natürlich müsste ich mich erstmal neu orientieren. Ich stünde erstmal vor einem Loch, weil ich jetzt fünf Jahre seit dem Abitur darein investiert habe. Aber es war nicht umsonst, selbst wenn es nicht klappt. Weil ich damit in meine Person investiert habe, denn Schauspiel hat immer etwas mit dir selbst zu tun. Ich wäre nicht der Mensch, der ich jetzt bin, wenn ich nicht diesen Weg gegangen wäre.

Also ist dein Lebensziel schon in erster Linie die Verwirklichung deiner beruflichen Karriere?
Hannah: Gepaart mit der Leidenschaft. Wenn das mit dem Schauspiel nicht klappt, dann wäre das in Zukunft auch nicht mehr so. Vielleicht im Journalismus, vielleicht steckt so ein kleiner Weltverbesserer in mir. Da könnte ich auch etwas aussagen und bewirken – darauf habe ich schon Lust. Ich muss nur noch das Mittel des Ausdrucks für mich finden.

Das sind diese Momente…

Was war bisher der größte Moment in deiner schauspielerischen Karriere?
Hannah: Es gibt ganz viele kleine Momente, wie Premieren, Applaus, gutes Feedback und Zuspruch. Das größte Gefühl aber war bei einem Vorsprechen, bei dem ich mich völlig in mir verloren habe. Die Situation war so intensiv – ich weiß im Nachhinein nur, dass ich heulend auf dem Boden saß, also in der Rolle geweint hatte und dann auf einmal daraus aufgewacht bin. In meinem Kopf war nur, „Krass, was war das denn gerade?“ – als hätte ich beim Spielen neben mir gestanden. Ich war so überwältigt von diesem Gefühl. Danach dachte ich mir, „Das sind diese Momente, für die man als Schauspieler lebt!“.

Weil sich das für dich selbst gut anfühlt oder weil du weißt, dass es deine Zuschauer berührt?
Hannah: Ne, das macht man für sich. Ein guter Schauspieler ist auch ein egoistischer Schauspieler. Das fühlt sich so toll an, man kann nachher gar nicht glauben, dass man das selbst gemacht hat.

Vielen Dank für das Gespräch!

VON ANNE SEVERIN

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