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Berlin, du warst gut zu mir!

Gepostet in Haltestelle Berlin

Ein Rückblick

2017 neigt sich dem Ende zu und mit ihm auch meine Berlin-Zeit. Die Entscheidung, für ein Jahr dorthin zu ziehen, habe ich in keiner Sekunde bereut.

Nicht nur für meine persönliche Weiterentwicklung hat es sich gelohnt, sondern auch für so viele andere Dinge und Personen, die ich kennenlernen durfte. Ich habe so vieles gelernt und entdeckt, neue Freundschaften geschlossen und Gleichgesinnte getroffen – einige werden mich bestimmt noch lange begleiten, da bin ich mir sicher.

Ich durfte diese riesige Stadt erkunden – und das nicht nur als Tourist, sondern auch als wahrer Berliner auf Zeit das eigene Kiez unsicher machen.

Dabei muss ich schon sagen, dass die ersten Tage in der Stadt nicht ganz so einfach waren. Wenn in Berlin der Winter herrscht, heißt es einen  nicht besonders willkommen. Es war grau, kalt und regnerisch. Und die Mentalität ist wirklich etwas anderes als im Rheinland – ein Klischee, das tatsächlich stimmt. Zum Glück knüpfte ich mit meiner Redseligkeit sehr schnell Kontakte und hatte schon nach ein paar Wochen eine Rolle in einer Theaterproduktion gefunden. Dort arbeitete ich mit 3 wunderbaren jungen Damen zusammen, die mich sehr inspirierten und stark machten. Selbst jetzt haben wir noch Kontakt und unterstützen uns gegenseitig. Besonders im Nachhinein erkenne ich, wie wichtig diese Gemeinschaft in den ersten dunklen Wintertagen war.

Dann kam der Frühling, mit neuen Projekten und neuen Gesichtern. Ich wurde Redaktionsmitglied eines Jugendmagazins, durch das ich viele interessante Erlebnisse machen durfte. All die Floh- und Wochenmärkte öffneten, das Leben verlagerte sich langsam auf die Straßen.

Und als der Sommer da war, war es um mich schon längst geschehen. Mit einem weiteren kleinen Umzug ging es vom etwas außerhalb gelegenen und nicht besonders beliebten Lichtenberg direkt nach Kreuzberg. Das war ein ganz anderes Stadterlebnis für mich. Mittendrin zu sein, bei dem liebsten Berliner Zweigespann plus zwei Katzen mit den besten Nachbarn im Altbau zu wohnen, unzählige Cafés und Restaurants vor der Haustür zu haben, 5 Minuten Fußweg von der Admiralsbrücke entfernt zu leben, mit dem Fahrrad am Maybachufer entlang zu fahren, am Hermannplatz die Sonnenallee herunter zu spazieren und dort das frischeste Obst und die besten Backwaren beim Araber zu kaufen – all das machte für mich eine riesige Lebensqualität aus. Und ließ meine Liebe zur Stadt und ihrem Multikulti immer größer werden.

Ich habe darüber nachgedacht, ob meine Erwartungen an die Zeit in Berlin sich wirklich erfüllt haben. Ich habe weder den großen Durchbruch erwartet, noch gedacht, dass ich von der Straße weg gecastet werden würde. Ich bin nach Berlin gekommen, um mich weiterzuentwickeln. Nach meiner ersten „Deutschlandtournee“ mit Vorsprechen an den staatlichen Schauspielschulen, musste ich mir einfach eingestehen, dass es nicht reicht. In dem Jugendensemble des Theaters in meiner Heimatstadt hatte ich eine völlig falsche Herangehensweise an Rollen oder die Schauspielerei im Allgemeinen verinnerlicht. Es hat eine ganze Weile gedauert, das überhaupt zu bemerken, wieder aus meinem Kopf rauszukriegen und mich auf etwas Neues einzulassen. Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um dafür zwei Schritte nach vorne machen zu können. Das habe ich durch all die Erfahrungen und Menschen, von denen ich gelernt habe, geschafft und dafür bin ich sehr dankbar.

Dank dir, Berlin.

4 Kommentare

  1. Sehr persönlicher Rückblick! Viel Glück, Gesundheit und Erfolg für das neue Jahr und Deinen weiteren Weg!

    Viele Grüße aus Berlin

    1. Januar 2018
    |Antworten
    • Hannah Thomé
      Hannah Thomé

      Vielen Dank, Detlef! Und viele Grüße nach Berlin. 🙂

      9. Januar 2018
      |Antworten
  2. Lotta
    Lotta

    Berlin und Berliner danken dir auch <3

    9. Januar 2018
    |Antworten
    • Hannah Thomé
      Hannah Thomé

      Fühl dich gedrückt von mir!

      7. Februar 2018
      |Antworten

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